Unsere Geschichte – wie alles begann ...

Neudoerfler blickt auf mehr als sieben Jahrzehnte Erfahrung zurück. Wie ist das Unternehmen entstanden? Reisen Sie mit uns zurück ins Jahr 1946, ins Gründungsjahr unseres Unternehmens. Der Zweite Weltkrieg war vorbei und zerstörte Städte mussten wiederaufgebaut werden. Karl Markon, gelernter Tischlermeister, erfuhr zu dieser Zeit von einer leerstehenden Fabrik in Neudörfl. Er nutzte die Chance, um hier einen Tischlerbetrieb aufzubauen.

Neudoerfler Geschichte Beginn Werkstatt

Büromöbel sollten später der Schwerpunkt des Unternehmens werden. Sein erster Großauftrag waren allerdings keine Büromöbel, sondern etwas ganz anderes. Was dann, fragen Sie sich? Es waren 3.000 Scheibtruhen, die für den Wiederaufbau dringend benötigt wurden. Der ungewöhnliche Auftrag konnte zufriedenstellend erfüllt werden. Auch später eignete sich der Unternehmer Karl Markon mit seinem Team immer wieder neue Kompetenzen an. Findige Lösungen sind seit jeher eine Stärke von Neudoerfler.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich Neudoerfler vom kleinen Familienbetrieb zu einem burgenländischen Leitbetrieb und überstand so manche Krise auf dem Weg zum heutigen Erfolgskurs.

1946: Die Gründung der „Neudörfler Türen-, Fenster- und Möbelfabrik Ges.m.b.H.“

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Karl Markon – Vom Lehrling zum Bautischlerei-Inhaber

Karl Markon wurde 1905 in Graz geboren. Er entstammte einer bitterarmen Familie mit elf Kindern. Nach seiner Schulausbildung während des Ersten Weltkriegs begann er 1919 seine Lehre bei einem Grazer Tischlermeister. Nach dem Lehrabschluss 1924 zog Karl Markon als Wanderhandwerksbursche durch Österreich, Ungarn und Italien. Schließlich blieb er als Tischlergehilfe und Werkmeister in einer Fabrik in Wien. Nach seiner Meisterprüfung machte sich Markon selbstständig und eröffnete seine eigene Bautischlerei in Wien Ottakring.

In den von Massenarbeitslosigkeit und Armut geprägten 1930er-Jahren beschäftigte der Tischlermeister über das Jahr mehrere Dutzend Mitarbeiter. Im Mai 1940 wurde Karl Markon jedoch zur Wehrmacht einberufen und der Tischlerbetrieb stillgelegt. Bis zum Kriegsende nahm die Tischlerei ihren Betrieb nicht wieder auf.

Neudoerfler Geschichte Beginn Werkstatt

12. Juni 1946 – Neubeginn in Neudörfl

Nach der Entlassung aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft im April 1946 stand der mittlerweile 40-Jährige Karl Markon wieder ganz am Anfang, da seine Wiener Bautischlerei von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt wurde. Von einem Bekannten erfuhr er von Neudörfl im Burgenland, wo „die Russen eine alte und leere Weberei, wo sie eine Großreparatur-Werkstätte für Panzer eingerichtet hatten, geräumt haben.“ Das betreffende Gebäude sah Markon als durchaus geeignet für einen neuen Tischlerei-Standort.

Der Aufbau gestaltete sich turbulent, doch am 12. Juni 1946 waren die ersten Hürden geschafft: Die „Neudörfler Türen-, Fenster- und Möbelfabrik Ges.m.b.H.“ begann ihre wirtschaftliche Tätigkeit. Karl Markon fungierte als alleiniger Geschäftsführer.

Neudoerfler Geschichte Beginn 1946
Neudoerfler Geschichte Beginn Arbeiter

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1947 – 1955: Von der Aufbauzeit bis zur Wirtschaftswunderzeit

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Mit „Neudörfler Büromöbel“ auf Erfolgskurs!

Karl Markons Betrieb startete mit acht Mitarbeitern. Der erste größere Auftrag war die Anfertigung von insgesamt 3.000 Schiebetruhen für die Stadt Wiener Neustadt im September 1946 und in der Folge weitere 2.000 Stück. Diese wurden dort zum Aufräumen des Schuttes, der durch die schweren Bombenschäden während des Krieges entstanden war, benötigt. Das Material dafür wurde aus dem Windbruchholz des Neunkirchner Föhrenwaldes beschafft.

Der junge Betrieb kämpfte zu Beginn mit enormen Startschwierigkeiten. Es mangelte an allem, weshalb u. a. „Holzhamsterfahrten“ zu verschiedenen Sägewerken durchgeführt wurden. Mit oft kuriosen Kleinaufträgen für die sowjetische Besatzungsmacht, wie der Fertigung von Mistbeetfenstern oder Bilderrahmen, hielt man sich über Wasser.

Neudörfler fertigte u. a. aber auch Mörtelkästen, Obst- und Gemüsekisten, Bettbänke, Türen und Fenster für ausgebombte Bauten in Wien. Die erste Jahresbilanz Ende 1946 schloss noch mit einem Verlust von 47.000,- Schilling. Der Mitarbeiterstand war trotzdem auf 37 Personen angewachsen.

Ein Großauftrag über 300 Schreibtische für die Burgenländische Landesregierung war schließlich der Startschuss für die Büromöbelerzeugung. Bis dahin hatte man noch nie einen Schreibtisch produziert. Das Know-how kam von einem Mitarbeiter aus Wien, der bereits in einer anderen Möbelfabrik Schreibtische gebaut hatte.

Neudoerfler Geschichte 1950 Gruppenfoto Arbeiter
Neudoerfler Geschichte 1950 Arbeiter Maschine

1948 wurde ein sogenanntes „Wohnschlafzimmer“ produziert, das auf Ausstellungen und in Inseraten beworben wurde. Daneben wurden auch Küchenkredenzen gefertigt. Trotzdem kristallisierte sich schon in den späten 1940er-Jahren ein eindeutiger Trend zur Produktion von Büromöbeln heraus, die schnell den Schwerpunkt der Produktion ausmachten.

Es gelang Karl Markon sein junges Unternehmen in wenigen Jahren als eines der führenden Häuser auf dem Sektor Büromöbel zu positionieren. Schon im Jahr 1950 hatte der tausendste Schreibtisch die Produktion in Neudörfl verlassen. Im Oktober 1952 betrug der Umsatz bereits 4 Millionen Schilling, die Beschäftigtenzahl über 80. Um den Vertrieb zu vereinfachen, wurden ab 1951 Auslieferungslager in Wien, Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Dornbirn, Linz und Salzburg (1954) eingerichtet.

Mitte der 1950er-Jahre wurden bereits 30 Typen von Büromöbeln serienmäßig hergestellt. Vor allem für Schränke, aber auch für Schreibtische gab es zahlreiche Einrichtungsvarianten. Das Flaggschiff war der Schreibtisch T 156. Bis zur Jahrtausendwende verkörperte er das klassische Bild des österreichischen Beamten-Büros.

Neudoerfler Geschichte 1950 Lkw
Neudoerfler Geschichte Mitarbeiter 1000Tische
Große Freude herrscht, als 1950 schon der 1.000 Schreibtisch verkauft wird.

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1956 – 1961: Aufbruch zu neuen Zeiten – Neubau der „Neudörfler Möbelfabrik Karl Markon“

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Moderner Neubau läutet Serienproduktion ein

Bis Mitte der 1950er-Jahre wurde am alten Standort improvisiert. Die beengten Verhältnisse – mittlerweile zählte der Betrieb fast 140 Mitarbeiter – und die Bedingungen des Mietvertrages stellten ein latentes Problem für die Firma dar. Die Gemeinde Neudörfl und die Burgenländische Regierung begrüßten das Projekt eines Neubaus.

Mit einer finanziellen Unterstützung ausgestattet konnte zwischen September 1956 und Mai 1957 eine moderne Möbel-Fabrik am heutigen Hauptstandort errichtet werden. Der Neubau war auch der Startschuss zur industriellen Serienproduktion im großen Stil.

Für die Firma Neudörfler ging es nach Inbetriebnahme der neuen Fabrik in den 1950er- und auch 1960er-Jahren steil bergauf. Um den ständig steigenden Bedarf an qualifizierten Facharbeitern abdecken zu können, wurden ab dem Jahr 1957 in der neu eingerichteten Lehrwerkstätte die ersten Tischlerlehrlinge ausgebildet. In der Folge kamen ab 1967 auch noch Bürokaufleute dazu.

Neudoerfler Geschichte Staplerfahrer
Neudoerfler Geschichte 1950 Aussenaufnahme Gebaeude

Schreibtische für den Erfolg im Maschinschreiben

Ein für diese Zeit typisches, originelles Geschäft sei noch erwähnt: Im August 1959 fand im Wiener Rathaus eine Maschinschreibweltmeisterschaft statt, für die Neudörfler 350 (!) Schreibmaschinentische der „Type Nr. 90“ lieferte.

Neudoerfler Geschichte Schreibmaschinenweltmeisterschaft
Auf einem Neudoerfler Schreibtisch gewann Lore Alt zum dritten Mal in Folge die Weltmeisterschaft.
Neudoerfler Geschichte Lore Alt

Soziale Aktivitäten als Herzensangelegenheit

Im Jahr 1961 ließ Karl Markon im Neubau auch einen Speisesaal für 190 Personen und eine Betriebsküche einrichten, wo täglich günstiges Mittagessen für die Mitarbeiter gekocht wurde. Die soziale Ader des eingefleischten Sozialdemokraten Markon wird auch noch heute von allen, die ihn persönlich kannten, besonders hervorgehoben.

Bürgermeister Dieter Posch erzählt: „Im Raimundtheater hat er Vorstellungen aufgekauft und ist mit der ganzen Belegschaft hingefahren, weil er gesagt hat: ‚Der Arbeiter braucht auch Kultur!‘. – Schon als noch keine Rede war von der Gefahr von ‚Alkohol am Steuer‘, hat er Mitarbeiter von der Weihnachtsfeier heimführen lassen.“

Neudoerfler Geschichte 1950 Arbeiter Maschine 2
Neudoerfler Geschichte 1950 Arbeiter 2
Neudoerfler Geschichte 1950 Kantine Koechinnen

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1962 – 1969: Expansion in der „Wirtschaftswunderzeit“

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Modernisierung und Internationalisierung

In den 1960er-Jahren gelang es langsam, auch den europäischen Markt zu bedienen. Regelmäßige Lieferungen nach Deutschland sowie an die Ämter der OECD in Paris starteten. Ab Mitte der 1960er waren Neudoerfler Büromöbel auch in der Schweiz erhältlich.

1968 wurde ein neues Büroeinrichtungscenter in der Museumstraße 5 (7. Bezirk) in Wien errichtet, das in der Folge sowohl als Flaggschiff der Schauräume, als Auslieferungslager und auch als Wiener Zentrale diente.

Auch die Produktpalette wurde nach und nach erweitert. Für das exklusive Kundensegment gab es das „Herrenzimmer“-Programm (später Managementbüro). Zum Klassiker entwickelte sich die "Bossewand", die als Schrank- oder Trennwand eingesetzt werden konnte.

Neudoerfler Geschichte 1960er Zentrale Wien
Karl Markon im Eingangsbereich der Wiener Zentrale.
Neudoerfler Geschichte 1960er Standard Programm
Das Neudoerfler Standard-Programm in den 1960er-Jahren.
Neudoerfler Geschichte 1960er Beuroeinrichtungscenter
Das Büroeinrichtungscenter in Wien in den 1960er-Jahren.

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1970 – 1979: Gefeiert und geehrt – vom 25-Jahr-Jubiläum bis zur Staatswappenverleihung

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Die 1970er-Jahre – Neudörfler auf Expansionskurs

Das 25-Jahr-Jubiläum wurde im Juni 1971 mit großem Pomp und zahlreichen Gästen gebührend gefeiert. Im Jahr des Firmenjubiläums zählte das Unternehmen bereits 261 Mitarbeiter, darunter sieben Lehrlinge, und war damit der wichtigste Arbeitgeber der Ortschaft.

Bis Anfang der 1970er-Jahre kam es durch Umbauten, Rationalisierungsmaßnahmen und Erweiterungen zu einer steten Vergrößerung des Fabriksareals inklusive einer neuen Produktionshalle und einem Bürogroßraum. Im April 1971 erwarb Neudörfler die Firma Hofstättner. In diesem „Werk II“ wurden sämtliche Metallteile und Fußgestelle erzeugt und in einer automatisierten Anlage pulverbeschichtet.

1975 wurde das Einzelunternehmen in eine GmbH umgewandelt. Im Jahr darauf erhielt Neudörfler eine besondere Auszeichnung, die wohl in gewissem Sinne auch die Krönung des Lebenswerkes von Karl Markon darstellte: 1976/1977 wurde dem Unternehmen als erstem Hersteller von Büromöbeln für die Leistungen um die österreichische Wirtschaft das Recht zur Führung des Staatswappens im gesellschaftlichen Verkehr zuerkannt. Aus diesem Anlass besuchten Bundesminister Dr. Josef Staribacher, der die Staatswappen-Urkunde überreichte, und Landeshauptmann Theodor Kery die Firma Neudörfler.

Neudoerfler Geschichte 1970er 25Jahr Jubilaeum
Karl Markon und seine engsten Mitarbeiter beim 25-Jahr-Jubiläum.
Neudoerfler Geschichte 1970er Staatswappen
Überreichung der Staatswappen-Urkunde durch Handelsminister Josef Staribacher (rechts) an Karl Markon.

Farbe im Büro und Luxus für Manager

Mehr Farbe im Büro & Möbel für Chefs – die schrillen 70er-Jahre! In dieser Zeit wurde ein menschliches, freundliches Arbeitsumfeld und Betriebsklima propagiert, zu dem auch die Büroeinrichtung beitragen sollte. Völlig neu wurde 1973 die „FIB-Serie“ („Farbe im Büro“) konzipiert.

FIB definierte auch die Entwicklung weg vom Holz und hin zum Kunststoff und leitete eine durchgreifende Veränderung der Büromöbel ein. Nur das sogenannte „Management-Programm“ schwelgte als Reminiszenz an die alten Herrenzimmer in der intensiven Verwendung von (heute geschützten) Edelhölzern.

Neudoerfler Geschichte 1970er Farbe Im Buero
FIB bringt Farbe und Freude ins Büro.

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1980 – 2000: Von den goldenen 1980er-Jahren bis zur Krise der Jahrtausendwende

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Die Postmoderne im Büro

Der wirtschaftliche Erfolg der Büromöbelfabrik erreichte neue Dimensionen. Anfang der 1970er-Jahre verzeichnete man durchschnittliche Umsatzsteigerungsraten von rund 22 Prozent. Betrug der Umsatz im Jahr 1970 noch 90 Millionen Schilling, so stieg er im Jahr 1999 auf 516 Millionen Schilling. Parallel dazu stiegen auch die Beschäftigtenzahlen, von rund 260 Mitarbeitern (1971) auf einen Höchststand von 413 Personen im Jahr 1995.

Ende der 1970er-Jahre tauchten die ersten EDV-Arbeitsplätze in den Katalogen auf, damals auch als „Bildschirmarbeitsplätze“ bezeichnet. Darüber hinaus gab es völlig neue Produktbereiche, wie Bankeinrichtungen (1981) oder die „Neudörfler Krankenhauswand“ (1983), die anlässlich der Ausstattung des Neubaus des Wiener Neustädter Krankenhauses ins Programm aufgenommen worden war.

FIB wurde ab Mitte der 90er-Jahre von neuen Programmen abgelöst. 2001 wurde das Standardprogramm „Motiva“ auf den Markt gebracht. Unter dem Label „MARK“ und mit der Linie „Markon von Neudörfler“ wurde ein neues Managementprogramm vorgestellt. Daneben gab es das „Uni-System“ (für Konferenz- und Seminarräume, Hotels, Schulen und Bibliotheken), dessen Tisch „Uni-Work“ mehrfach ausgezeichnet wurde, u. a. im Jahr 2000 mit dem Red Dot Design Award“, einem der anerkanntesten Design-Preise.

Neudoerfler Geschichte 1980er Bildschirmarbeitsplatz
Einer der ersten EDV-Arbeitsplätze.
Neudoerfler Geschichte 1990er Sonderanfertigung
Eine Sonderanfertigung in den 1990er-Jahren, die besonders "futuristisch" anmutet: Besprechungstisch mit Chromgestell.

Eine Legende tritt ab

Bis ins Jahr 1995 fungierte Firmengründer Karl Markon aktiv als Geschäftsführender Gesellschafter der von ihm gegründeten Firma. Erst mit 90 Jahren machte er Platz für die nächste Generation: seine Tochter Monika Klettenhammer-Markon und sein Schwiegersohn Gerhard Klettenhammer, die Markon beide bisher schon als Geschäftsführer zur Seite standen.

Am 11. Juni 2000 ist der „Gentlemen der alten Schule“, der bereits zu Lebzeiten zu einer burgenländischen, wenn nicht zu einer österreichischen Legende der Nachkriegszeit geworden war, verstorben.

Für seine Leistungen wurde Karl Markon u. a. mit dem Kommerzialrat-Titel (1956), dem „Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ (1966) und der Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde Neudörfl (1975) ausgezeichnet.

Mit dem Abgang des Neudoerfler-Gründers ging ohne Zweifel eine Ära zu Ende, die nicht zuletzt auch durch das besondere Zusammengehörigkeitsgefühl geprägt war, das ihn und seine Mitarbeiter (von den Lehrlingen bis zu den Pensionisten), wie eine große Familie verbunden hatte.

Neudoerfler Geschichte Karl Markon 90 Geburtstag
Karl Markon bei den Feiern zu seinem 90. Geburtstag.

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2000 – 2011: Phönix aus der Asche oder die Krise und ihre Überwindung

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Das Ende eines Familienbetriebes (1996 bis 2003)

Markons Schwiegersohn Gerhard Klettenhammer trat Mitte der 1960er-Jahre in die Firma ein, war zunächst Verkaufsleiter in Wien und in der Folge für ganz Österreich. Tochter Monika arbeitete seit 1968 in der Firma. Die Übernahme der Geschäftsführung durch die beiden ging mit einer wirtschaftlich schwierigen Zeit einher. Bereits in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre kam es zu ersten Umsatzeinbrüchen, in der Folge zu einem Rückgang der Beschäftigten. Bis Ende der 1990er-Jahre lief die Firma noch sehr gut, anschließend kam der große Einbruch.

Das neue Führungsteam bei Neudörfler versuchte gegenzusteuern und dem Betrieb ein moderneres und attraktiveres Antlitz zu geben. 1996 bis 1999 wurde eine neue große Montagehalle gebaut und das Verwaltungsgebäude um einen Um- und Zubau sowie einen attraktiven Schauraum erweitert. Insgesamt wurden in eineinhalb Jahren rund 85 Millionen Schilling investiert, um für das neue Jahrtausend gewappnet zu sein. Eine neue Wiener Zentrale am Schwarzenbergplatz 7 löste das Bürocenter in der Museumsstraße ab. 1998 wurde ein Standort in Budapest eröffnet, um den ungarischen sowie den osteuropäischen Markt besser bedienen zu können.

Im Oktober 2000 folgte die Eröffnung eines neuen Schauraums in Graz. Eine Attraktivierung der Geschäftsstellen, ein neues EDV-System, vor allem aber neue Produkte sollten das Unternehmen nach vorne bringen. Mit der Umgestaltung des Logos 1997 und nochmals 2001 ging der Aufbau einer neuen Corporate Identity einher. Der Exportanteil lag 1999 immer noch bei nur 8 Prozent, der heimische Marktanteil bei 13 Prozent und man versuchte daher, sich auch international besser zu positionieren.

Trotzdem wurde im Jahr 2001 ein Verlust von nahezu 3 Millionen Euro eingefahren, 2002 immer noch 1,4 Millionen. Auf Grund eines massiven Rückganges öffentlicher Aufträge und einer Krise der Baubranche stand man damals besonders unter Druck.

Neudoerfler Geschichte 2000 Management Mark
Die Managementlinie "Mark" galt als Reminiszenz an den Firmengründer.

Ab 2006 zurück zum Erfolg: Neudoerfler Office Systems

Die REB Restrukturierungs- und Beteiligungsges.m.b.H. unter Dr. Erhard F. Grossnigg sowie die TSB AG unter Mag. Anton Schubaschitz und Dr. Johann Gneist übernahmen die Neudörfler Möbelfabrik im September 2003 zu 100 Prozent. Unterstützung in dieser schwierigen Phase kam von der Gemeinde Neudörfl, die eine Haftung in Millionenhöhe übernahm.

In den drei folgenden Jahren erfolgte die komplette Um- und Neustrukturierung. „Das Unternehmen hatte zwar eine solide Basis, ausgezeichnete Mitarbeiter, gute Produkte und eine ausgezeichnete Infrastruktur, jedoch eine verheerende Kostenstruktur", so Ing. Günther Marchtrenker der ab 2004Geschäftsführer war. Die Kosten wurden minimiert, die Organisation neu ausgerichtet und die Produktivität enorm gesteigert. 2005 war der Tiefststand mit 230 Beschäftigten erreicht. 2006 gelang schließlich der wirtschaftliche Turnaround. In diesem Jahr wurde die Firma auch in „Neudoerfler Office Systems GmbH“ umbenannt, um in Zukunft verstärkt international erfolgreich agieren zu können.

2008 stieg der Private Equity Fonds Athena Burgenland Beteiligungen AG unter der Führung von Mag. Klaus Stinakovits und Dr. Georg Schönbauer zu 40 Prozent in die Neudoerfler Office Systems GmbH ein. Mit diesem Einstieg wurde dem Unternehmen die notwendige frische Liquidität zugeführt, um das weitere Wachstum und die erforderlichen Prozessoptimierungen zu ermöglichen. Während die gesamte Branche von Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent berichtete, gelang es bei Neudoerfler im ersten Halbjahr 2009 sogar ein Umsatzplus von fünf Prozent zu verzeichnen. Optimierungen des Produktionsprozesses sowie die Überarbeitung und Neugestaltung des Produktbereiches – insgesamt wurden 2,7 Millionen Euro investiert – machten dies möglich.

Geschäftsführer Ing. Günther Marchtrenker verließ Ende 2009 die Firma Neudoerfler, deren Geschicke er seit 2004 geleitet hatte. Nach seinem Abgang übernahm Mag. Helmut Sattler im Oktober 2010 die Position des CEO und fungierte gemeinsam mit CFO Mag. Doris Bock (ab Anfang 2009) als Geschäftsführer des Traditionsunternehmens.

2010 gewann Neudoerfler zahlreiche Großaufträge von Neukunden aus Österreich und den Exportländern und konnte schließlich auch den größten Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens – den Rahmenauftrag für Standard-Büromöbel der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) – erreichen. Dieser Auftrag brachte es mit sich, dass Neudoerfler zahlreiche Ämter, Behörden und Gerichte mit Büromöbeln ausstatten konnte, was sich auch positiv auf den Umsatz auswirkte.

Neudoerfler Geschichte 2007 Grossnig CNC Maschine
Erhard F. Grossnig mit Neudörfls Bürgermeister Dieter Posch in der Neudoerfler Produktion.

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2012 – 2016: 70 Jahre Neudoerfler Büromöbel

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Neudoerfler wieder Marktführer

Zum 70-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2016 blickte Neudoerfler auf die erfolgreichsten Jahre der Unternehmensgeschichte zurück. Der ohne Zweifel spektakulärste Auftrag dieser Zeit war die Möblierung der neuen Wiener Wirtschaftsuniversität im Jahr 2013. In diesem Projekt der Superlative fanden letztlich in sechs Gebäuden 45.000 Möbelstücke Platz. Neudoerfler stattete die Seminarräume, Büros und Selbststudienzonen aus.

Um die Position am deutschen Mark zu stärken, entschied man sich, Anfang 2014 Marke und Produkt-Know-how des angesehenen deutschen Büromöbel-Herstellers „planmöbel“ zu übernehmen, zu deren Kunden unter anderem Zalando, adidas, Soundcloud oder MTV zählen. In der Folge wurde im Frühjahr 2014 die Produktion aus dem deutschen Espelkamp ins Nordburgenland verlegt, wo seither im Stammwerk in Neudörfl auch die Produkte für die deutsche Tochterfirma hergestellt werden.

Neudoerfler Wu Wien Aula Arbeitsbereiche Andreas Hafenscher Geschichte
Eines der größten Projekte der letzten Jahre: die Wirtschaftsuniversität Wien.Credits: Andreas Hafenscher

2010 bis 2013 wuchs das Unternehmen entgegen des allgemeinen Markttrends um über 40 Prozent und positionierte sich im Jahr 2013 als Marktführer (Büro- und Sitzmöbel) in Österreich. 2014 gelang es, den Exportanteil um mehrere Millionen Euro von sieben auf 19 Prozent zu steigern.

Für die gelungene Verbindung von Funktion und Design wurde Neudoerfler in seiner Firmengeschichte immer wieder mit zahlreichen Preisen und international wichtigen Qualitätssiegeln ausgezeichnet. Gleich mehrfach gab es den renommierten „red dot award“ für herausragendes Produkt-Design.

Neudoerfler Geschichte Dreyfuss
Der Meeting-Tisch "Dreyfuss" wurde 2013 mit dem "red dot award" ausgezeichnet.
Neudoerfler Geschichte Mark Pro
Management-Programm "Mark Pro" mit höhenverstellbarem Arbeitstisch.

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2016 – 2020: Wandel und Wachstum

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Ein neues Kapitel beginnt

Die Jahre 2016 bis 2020 waren von Wachstum und Veränderung gekennzeichnet. Um Synergien zu schaffen und eine stärkere Marktposition zu erreichen, wird seit Ende 2015 Neudoerfler in der BGO Holding geführt.

Gerade in erfolgreichen Zeiten sollte man die Stellschrauben für die Zukunft stellen. So wurde 2018 eine neue Markenpositionierung für Neudoerfler entwickelt. Auch ein Relaunch des Logos geht damit einher. Das neue Neudoerfler Logo steht für individuelle, findige Lösungen, für wohnliche Büros made in Austria, für die Nähe zum Menschen, für Menschen, die machen.

In diesem Jahr kam auch frischer Wind in die Geschäftsführung von Neudoerfler. Mag. Heidi Adelwöhrer als CEO und CFO und DI Bernhardt Kronnerwetter, MBA als COO übernahmen die Leitung.

Neudoerfler Geschichte 2018 Geschaeftsfuehrung
Heidi Adelwöhrer und Bernhardt Kronnerwetter leiten das Unternehmen seit 2018.
Neudoerfler Geschichte 2019 MyMotion
MyMotion ist für alle anders.

Die neue Markenausrichtung zeigt sich auch in der Produktwelt. Bereits Anfang 2019 ging mit MyMotion eine Produktlinie an den Start, deren findige Details ganz auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen im Büro ausgerichtet sind. MyMotion macht aus bislang ungenutzten Flächen zusätzlichen Stauraum und hilft, den Arbeitsplatz spielerisch einfach zu organisieren. MyMotion ist für alle anders und bietet Individualisierung im Büro.

Der Wachstumskurs des Unternehmens dauert beständig an. 2018 der große Erfolg: Der Jahresumsatz überschritt erstmals in der Unternehmensgeschichte die 50-Millionen-Marke und konnte 2019 noch weiter um 10% gesteigert werden gesteigert werden.

Als österreichischer Traditionsbetrieb legt Neudoerfler auf kurze Transportwege Wert und wählt Lieferanten u. a. nach regionaler Nähe aus. Umweltschutz wird hier tagtäglich gelebt. Dies wird seit 2019 auch durch ein weiteres Gütesiegel ausgedrückt. Als erstes burgenländisches Unternehmen ist Neudoerfler mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Das PEFC Siegel (Programme for the Endorsement of Forest Certification) bestätigt schon seit mehreren Jahren die nachhaltige Forstwirtschaft.

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