Von der Gestaltung des sozialen Raumes

Natur als solche wurde nicht erschaffen, damit sie für den Menschen funktioniert. Deshalb haben Menschen immer schon Landschaften für ihre Bedürfnisse umgestaltet. Die architektonischen Erfordernisse für Gebäudekomplexe, Büroetagen oder Parks sind einander recht ähnlich. Es muss gut ausschauen und besser funktionieren. Ein 800 m2 großer Einblick in die Welt der Landschaftsarchitektur.

Das Wort Architektur kommt aus dem griechischen und setzt sich aus ‚arche’-Ursprung, Anfang und ‚techne’-Kunst, Handwerk zusammen. Ob Landschaft oder Gebäude, das Bauen ist die Mutter allen Handwerks, aber auch der Kunst. Es verbindet den Menschen mit der Welt.

 

Philipp Rode, der gemeinsam mit Helge Schier das Wiener Landschaftsarchitekturbüro zwoPK gegründet hat: „Durch gezielte Gestaltung bekommt Landschaft einen (Nutzungs-) Mehrwert. Wir gehen einen Schritt weiter und versuchen, nicht nur gestaltete-, sondern auch sinnstiftende Landschaft zu erarbeiten. Und zwar eine, die für die Leute funktioniert, die mit den Leuten funktioniert“, so Schier.

 

Ein Vorplatz wird Lebensraum

Landschaftsarchitektur ist die Open Air Variante durchdachter Arbeits- und Lebensraumplanung. Im Mittelpunkt stehen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. So wie bei dem „Miniprojekt“ (Schier) Stubenbastei. Es geht um einen 800 m2 großen Vorplatz zwischen Lebensministerium und Gymnasium im ersten Wiener Gemeindebezirk.

 

Die Frage ist, wie geht man mit einem kleinen Platz, der einen so hohen Nutzerdruck hat, um. Klare Antwort: Es geht darum das soziale Miteinander der Schüler positiv zu unterstützen. Die Stadt braucht vor allem Kommunikations-und Begegnungsräume.

Menschen mit Wissen

ZwoPK

ZwoPK ist ein Büro für Landschaftsarchitektur, gegründet von DI Dr. Philipp Rode und DI Helge Schier.

Beide sind Absolventen des Studium „Landschaftsplanung“ an der Universität für Bodenkultur. Bisherige Projekte (Auswahl): Zwischennutzung Seestadt aspern, Schichtgründe-Floridsdorf, Mautner-Markhofgründe, Kalvarienbergplatz Eisenstadt, greenlab am Mühlengrund.

 

www.zwopk.at

Notwendige Fragen und Antworten 

Das geht nicht allein mit ästhetischen Verbesserungen. Der Erkenntnis, dass die Gestaltung des beruflichen Umfeldes immer Auswirkungen auf die Arbeit, in diesem Fall auf die Lehr/Lerntätigkeit selbst hat, folgen dann in einem zweiten Schritt die praktischen Maßnahmen. 

 

zwoPK nennen das: „Den sozialen Raum begreifen“, was, stark vereinfacht, soviel bedeutet wie obige Frage präziser zu stellen – und dann auch noch Antworten darauf zu finden: Was sind die lokalen Gegebenheiten? Wer macht dort wann was? Wie kann man das verbessern? Eine besonders wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist: Was für langfristige Folgen werden sich aus den Maßnahmen ergeben? Beziehungsweise ist der Ort alterungsfähig und in einem weiteren Schritt veränderbar? Stichwort Flexibilität.

 

Die echten Bedürfnisse

In diesem Fall ist es so, dass der Platz selbst, aber auch darauf befindliche Möbel aus robusten Materialien gebaut sein müssen. Eine Blumenwiese mit Strohmatten, so sehr sie auch dem schwärmerischen Geist der Jugend entsprechen könnte, sähe nach wenigen Tagen aus wie ein Militärübungsplatz. Und dann, ganz wichtig, sollten die Nutzer (hier: die Schüler) sich mit dem Platz auch noch identifizieren können, ihn mögen, sich gerne dort aufhalten.

 

„Auch die Landschaftsarchitektur hat die Aufgabe, aufbauend auf das räumliche Potential klare und nutzungsoffene Strukturen zu schaffen. Bei dem Vorplatz sind das etwa drei Elemente: eine ruhige Grundfläche, ein Infrastrukturstreifen und mobile Holzboxen. Es geht darum, die wirklichen Wünsche, die echten Bedürfnisse der Nutzer zu erfüllen und dabei das vorhandene räumliche Potenzial zu nutzen.“ 

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Rüdiger Lainer ist seit fast 30 Jahren 
als Architekt, Generalplaner und Städteplaner tätig. Er denkt über jede Art von Räumen nach – vom einzelnen Arbeitsplatz über Wohnräume und Gebäude bis zu ganzen Städten. Eines gilt auf jeden Fall für sie alle: In ihnen leben und arbeiten Menschen.

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