2000 – 2011

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Der Phönix aus der Asche, oder die Krise und ihre Überwindung

Das Ende eines Familienbetriebes (1996 bis 2003)

Markons Schwiegersohn Gerhard Klettenhammer trat Mitte der 1960er Jahre in die Firma ein, war Verkaufsleiter in Wien, und in der Folge für ganz Österreich. Tochter Monika arbeitet seit 1968 in der Firma. – Die Übernahme ging mit einer wirtschaftlich schwierigen Zeit einher, bereits in der ersten Hälfte der 1990er Jahre kam es zu ersten Umsatzeinbrüchen, in der Folge zu einem Rückgang der Beschäftigten. Bis Ende der 1990er Jahre lief die Firma aber noch sehr gut, anschließend kam der große Einbruch.

Das neue Führungsteam bei Neudörfler versuchte gegenzusteuern und dem Betrieb ein moderneres und attraktiveres Antlitz zu geben. 1996 bis 1999 wurde eine neue Montagehalle mit einer Gesamtfläche von 2.615 m² gebaut und das Verwaltungsgebäude einen Um- und Zubau, sowie einen attraktiven Schauraum. Insgesamt wurden in eineinhalb Jahren rund 85 Millionen Schilling investiert, um für das neue Jahrtausend gewappnet zu sein. Eine neue Wiener Zentrale am Schwarzenbergplatz 7 löste das Büro-Center in der Museumstraße ab, 1998 wurde ein Standort in Budapest eröffnet, um den ungarischen, sowie den osteuropäischen Markt besser bedienen zu können.

Im Oktober 2000 folgte die Eröffnung eines neuen Schauraums in Graz in der Liebenauer Hauptstraße. Eine Attraktivierung der Geschäftsstellen, ein neues EDV-System, vor allem aber neue Produkte sollten das Unternehmen nach vorne bringen. Mit der Umgestaltung des Logos 1997, und nochmals 2001, ging der Aufbau einer neuen Corporate Identity einher. Der Exportanteil lag 1999 immer noch bei nur 8 Prozent, der heimische Marktanteil bei 13 Prozent, und man versuchte daher, sich auch international besser zu positionieren.

Trotzdem wurde im Jahr 2001 ein Verlust von nahezu 3 Millionen Euro eingefahren, 2002 immer noch 1,4 Millionen. 60 Mitarbeiter verloren in diesem Jahr ihren Job. Auf Grund eines massiven Rückganges öffentlicher Aufträge und einer Krise der Baubranche stand man damals besonders unter Druck, und der Markt war 2002 um rund 20 Prozent eingebrochen.

Ab 2006 zurück zum Erfolg: Neudoerfler Office Systems

Die REB Restrukturierungs- und Beteiligungsges.m.b.H. unter Dr. Erhard F. Grossnigg sowie die TSB AG unter Mag. Anton Schubaschitz und Dr. Johann Gneist übernahmen die Neudörfler Möbelfabrik Karl Markon Ges.m.b.H. im September 2003 zu 100 Prozent. Unterstützung in dieser schwierigen Phase kam von der Gemeinde Neudörfl, die auf Grund eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses auf Initiative von Bürgermeister Dieter Posch eine Haftung in Millionenhöhe übernahm.

In den drei folgenden Jahren erfolgte die komplette Um- und Neustrukturierung. Das „ Unternehmen hatte zwar eine solide Basis, ausgezeichnete Mitarbeiter, gute Produkte und eine ausgezeichnete Infrastruktur“, jedoch eine „verheerende“ Kostenstruktur (Geschäftsführer Ing. Günther Marchtrenker, 2006). Die Kosten wurden minimiert, die Organisation neu ausgerichtet und die Produktivität enorm gesteigert. 2005 war der Tiefststand mit 230 Beschäftigten erreicht, über 100 Arbeitsplätze fielen den Sanierungsmaßnahmen zum Opfer. 2004 wurde gemeinsam mit der Renggli AG Schweiz die Renggli Laboratory Systems GmbH am Standort Neudörfl ins Leben gerufen. Dieses Tochterunternehmen produzierte Labor-Ausstattungen für Forschung, Industrie, und Medizin. Im Jahr 2008 löste das Gemeinschaftsunternehmen Prutscher Laboratory Systems die Firma Renggli ab. 2006 gelang schließlich der wirtschaftliche Turn around. In diesem Jahr wurde die Firma auch in „Neudoerfler Office Systems GmbH“ umbenannt, um in Zukunft verstärkt international erfolgreich agieren zu können.

2008 stieg der Private Equity Fonds Athena Burgenland Beteiligungen AG unter der Führung von Mag. Klaus Stinakovits und Dr. Georg Schönbauer zu 40 Prozent in die Neudoerfler Office Systems G.m.b.H. ein. Mit diesem Einstieg wurde dem Unternehmen die notwendige frische Liquidität zugeführt, um das weitere Wachstum und die erforderlichen Prozessoptimierungen zu ermöglichen. Hinter dem Fonds stehen die burgenländische Landesgesellschaft WiBAG, die Bank Burgenland und die BAWAG. Der ATHENA Fonds wird teilweise aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Während die gesamte Branche von Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent berichtete, gelang es bei Neudoerfler Dank der Optimierungen des Produktionsprozesses, der Überarbeitung und Neugestaltung des Produktbereiches – insgesamt wurden 2,7 Millionen Euro investiert – im ersten Halbjahr 2009 entgegen dem allgemeinen Trend ein Umsatzplus von fünf Prozent zu verzeichnen.

Geschäftsführer Ing. Günther Marchtrenker verließ Ende 2009 die Firma Neudoerfler, deren Geschicke er seit 2004 geleitet hatte. Nach dem Abgang übernahm Mag. Helmut Sattler im Oktober 2010 die Position des CEO und fungiert seither gemeinsam mit CFO Mag. Doris Bock (seit Anfang 2009 als GF) als Geschäftsführer des Traditionsunternehmens. 2010 gewann Neudoerfler zahlreiche Großaufträge von Neukunden aus Österreich und den Exportländern und konnte schließlich auch den größten Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens – den Rahmenauftrag für Standard-Büromöbel der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) erreichen. Dank dieser Aufträge erwartet Neudoerfler ein Umsatzplus von rund 20 Prozent. Dies bringt Neudoerfler seinem Ziel einen entscheidenden Schritt näher: Die Nummer 2 Österreichs Büromöbelerzeuger zu werden.

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