1960-1969

Image separator

Expansion in der „Wirtschaftswunderzeit“

Modernisierung und Internationalisierung

Für die Firma Neudörfler ging es nach Inbetriebnahme der neuen Fabrik in den 1950er und 1960er Jahren steil bergauf. Um den ständig steigenden Bedarf an qualifizierten Facharbeitern abdecken zu können, wurden ab dem Jahr 1957 in der neu eingerichteten Lehrwerkstätte die ersten Tischlerlehrlinge ausgebildet. In der Folge kamen ab 1967 auch noch Bürokaufleute dazu.

1956 wurde Karl Markon der Titel „Kommerzialrat“ verliehen. 1957 erhielt die Neudörfler Möbelfabrik vom Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau als hohe Qualitätsauszeichnung einen „3. Staatspreis“. – Ein für diese Zeit typisches originelles Geschäft sei noch erwähnt: Im August 1959 fand im Wiener Rathaus eine Maschinschreibweltmeisterschaft statt, für die die Firma Neudörfler 350 (!) Schreibmaschinentische der „Type Nr. 90“ lieferte.

Vom Büromöbelprogramm zur Design-Revolution

1962 feierte man im Beisein von Landeshauptmann Josef Lentsch das 15jährige Firmenjubliäum mit einem großen Festakt. Im Jahr 1964 konnte schließlich der Landeskredit zur Gänze zurückgezahlt werden. Auch dieser Umstand war wieder Anlass für eine große Betriebsfeier im Dezember des Jahres, diesmal im Beisein von Landeshauptmann Hans Bögl.

Neudörfler Büromöbel präsentierte seine aktuellen Programme in diesen Jahren auf Dutzenden Fachmessen im In- und Ausland, wie der IFABO, Österreichs internationaler Fachmesse für Büroorganisation. In Deutschland war man lange Jahre auch auf der Hannover-Messe, der damals größten deutschen Handelsmesse für Holzindustrie in ganz Europa, später dann auf der Orgatec in Köln präsent. Am 1. September 1968 wurde ein neues Büroeinrichtungs-Center in der Museumstraße 5 (7. Bezirk) in Wien errichtet, das in der Folge sowohl als Flaggschiff der Schauräume, als Auslieferungslager und auch als Wiener Zentrale diente.

In den 1960er Jahren gelang es langsam, auch den europäischen Markt zu bedienen. Regelmäßigen Lieferungen nach Deutschland zu Beginn des Jahrzehnts folgte seit 1963/64 die Ausstattung der Ämter der OECD in Paris.

Auch die Produktpalette wurde nach und nach erweitert. Im Angebotskatalog 1956 findet sich mit dem Schreibtisch „Type Nr. 140“ erstmals ein modernes Möbel, das mit seinen geschwungenen Beinen ganz dem Stil der „Nierentisch-Ära“ der 1950er Jahre entsprach. Für das exklusive Kundensegment gab es das „Herrenzimmer“-Programm, und Mitte der 1960er Jahre war Neudörfler in der Moderne angekommen. Ein neuer sachlicher Schriftzug „Neudörfler Büromöbel“ löste das alte Logo ab.

Alle Möbel wurden 1965 in einer komplett neuen einheitlichen Optik präsentiert, viele gab es auch in einer hochwertigen Teakholz-Ausführung. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre folgte der nächste Modernisierungsschub, u. a. mit dem „Melmin Organisationsprogramm“ und der „Neudörfler Bossewand“, die als Schrank- oder Trennwand, eingesetzt werden konnte.

Hier geht’s weiter: Die Jahre 1971 – 1977

Image separator