1946 – 1955

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Von der Aufbauzeit bis zur Wirtschaftswunderzeit

Mit „Neudörfler Büromöbel“auf Erfolgskurs!

Karl Markons Betrieb startete mit acht Mitarbeitern. Der erste größere Auftrag war die Anfertigung von insgesamt 3.000 Schiebetruhen für die Stadt Wiener Neustadt im September 1946 und in der Folge weitere 2.000 Stück. Diese wurden dort zum Aufräumen des Schuttes, der durch die schweren Bombenschäden entstanden war, benötigt. Das Material dafür holte man sich aus dem Windbruchholz des Neunkirchner Föhrenwaldes.

Der junge Betrieb kämpfte mit enormen Startschwierigkeiten, es mangelte an allem, weshalb u. a. „Holzhamsterfahrten“ zu verschiedenen Sägewerken durchgeführt wurden. Mit Oft kuriosen Kleinaufträgen für die sowjetische Besatzungsmacht, wie der Fertigung von Mistbeetfenstern oder Bilderrahmen hielt man sich über Wasser.

Neudörfler fertigte u. a. aber auch Mörtelkasten, Obst- und Gemüsekisten, Bettbänke, Türen und Fenster für ausgebombte Bauten in Wien usw. Ein Auftrag für Schulbänke musste wegen Stromabschaltungen im Winter 1946/47 storniert werden. Die erste Jahresbilanz Ende 1946 schloss denn auch mit einem Verlust von Schilling 47.000,-, der Mitarbeiterstand war trotzdem auf 37 Personen angewachsen.

Ein Großauftrag über 300 Schreibtische für die Burgenländische Landesregierung, für die Markons Firma mittlerweile keine Unbekannte war, war schließlich der Startschuss für die Büromöbelerzeugung. Bis dahin hatte man noch nie einen Schreibtisch produziert, das Know-how kam von einem Mitarbeiter aus Wien, der bereits in einer anderen Möbelfabrik Schreibtische gebaut hatte.

1948 produzierte man noch ein so genanntes „Wohnschlafzimmer“, das auf Ausstellungen und in Inseraten beworben wurde, daneben auch Küchenkredenzen. Trotzdem kristallisierte sich schon in den späten 1940er Jahren ein eindeutiger Trend zur Produktion von Büromöbel heraus, die schnell den Schwerpunkt der Produktion ausmachten.

Es gelang Karl Markon, sein junges Unternehmen in wenigen Jahren als eines der führenden Häuser auf dem Sektor Büromöbel zu positionieren. Schon im Jahr 1950 hatte der tausendste Schreibtisch die Produktion in Neudörfl verlassen, dieser Anlass wurde gebührend bei einem Besuch des Kammerpräsidenten Ing. Vogl gefeiert. Im Oktober 1952 betrug der Umsatz bereits 4 Millionen Schilling, die Beschäftigtenzahl 82. Um den Vertrieb zu vereinfachen, wurden ab 1951 Auslieferungslager in Wien, Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Dornbirn, Linz und Salzburg (1954) eingerichtet.

Die Firma präsentierte ihr Büromöbelprogramm regelmäßig bei Leistungsschauen, wie der Wiener Neustädter Ausstellung, und natürlich in Katalogen. 1949 wurde die erste Preisliste von Neudörfler heraus gegeben, 1951 wurden bereits 21 verschiedene Typen von Büromöbeln serienmäßig hergestellt, 1954 gab es schon 30 Typen. Vor allem für die Schränke, aber auch bei den Schreibtischen gab es zahlreiche Einrichtungsvarianten. Das Flaggschiff war der Schreibtisch T 156 („Type Nr. 156“), Ein Eiche-Vollbau-Tisch, mit furnierter Paneel-Platte und Rolloverschlüssen links und rechts, in den Maßen 156 cm (Länge), und je 78 cm breit und hoch.

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