1905 – 1946

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Die Vorgeschichte bis zur Gründung der „Neudörfler Türen-, Fenster- und Möbelfabrik Ges.m.b.H.“

Karl Markon – Vom Lehrling zum Bautischlerei-Inhaber

Karl Markon wurde am 9. Dezember 1905 in Graz geboren. Er entstammte einer bitterarmen Familie mit elf Kindern, sein Vater war Milchkutscher von Beruf. Während des Ersten Weltkrieges absolvierte er seine Schulausbildung, seine Lehre bei einem Grazer Tischlermeister trat er am 16. Juli 1919 bereits in der Ersten Österreichischen Republik an. Nach dem Lehrabschluss 1924 zog Karl Markon als Wanderhandwerksbursche durch Österreich, Ungarn und Italien, schließlich blieb er als Tischlergehilfe und Werkmeister in einer Fabrik in Wien. Bald nach der Meisterprüfung machte sich Markon selbstständig. Später eröffnete er eine eigene Bautischlerei in Wien-Ottakring.

In den von Massenarbeitslosigkeit und Armut geprägten 1930er Jahren beschäftigte der Tischlermeister über das Jahr mehrere Dutzend Mitarbeiter, zuletzt laut Betriebsliste im Juni 1940 insgesamt 33 Personen. Am 5. Mai 1940 wurde Karl Markon zur Wehrmacht einberufen, bis zum Kriegsende nahm die Tischlerei ihren Betrieb nicht wieder auf.

12. Juni 1946 – Neubeginn in Neudörfl

Karl Markon überlebte den Zweiten Weltkrieg. Nach der Entlassung aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft im April 1946 stand der mittlerweile 40jährige aber wieder ganz am Anfang. Seine Wiener Bautischlerei war von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt worden. Von einem Vorkriegsbekannten erfuhr er vom Ort Neudörfl im Burgenland, in dem „die Russen eine alte und leere Weberei, wo sie eine Großreparatur-Werkstätte für Panzer eingerichtet hatten, geräumt haben.“ Das betreffende Gebäude in der Sauerbrunnerstraße, das alte Werk der ehemaligen Weberei B. Rawe & Co. (heute = 2011: Wohnanlage „Dr. Fischer Hof“), wurde von Markon als durchaus geeignet erachtet. Insgesamt standen 1.500 Quadratmeter zur Verfügung, und man startete sofort mit der Reinigung der leer stehenden Räumlichkeiten. Die Burgenländische Landesregierung stellte Warengutscheine für Zement, Ziegel und Glas zur Verfügung, eine Trockenkammer wurde vom ehemaligen Wiener Werk überführt.

Franz Eitzenberger, Mitarbeiter der ersten Stunde und später auch Gemeinderat in Neudörfl, erinnert sich an seine erste Begegnung mit Karl Markon: „Wir sind im Aufbauen, Herr Eitzenberger, und es nützt uns nix, wir müssen mit der Schaufel und dem Krampen anfangen.‘ – ‚Herr Markon, kein Problem, ich bin für kein Arbeit zu faul! Und dann hat er gesagt: ‚Ich mache was aus Ihnen!‘ “

Während des Aufbaus kam es immer wieder zu unliebsamen Vorfällen. Mal wurden die Maschinen beschlagnahmt, mal musste sich Markon wegen Anschuldigungen, er hätte die Bezugsscheine verschachert, vor einer Kommission der Burgenländischen Landesregierung und der Kriminalpolizei verantworten, bis diese die Haltlosigkeit der Anwürfe feststellte. Die „Neudörfler Türen-, Fenster und Möbelfabrik Ges.m.b.H.“ begann ihre wirtschaftliche Tätigkeit schließlich am 12. Juni 1946. Karl Markon fungierte als alleiniger Geschäftsführer.

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