Licht ist unsichtbar, aber ohne Licht nichts sichtbar. Mithilfe einer Lampe schnell etwas sichtbar zu machen, ist einfach. Mithilfe von Licht verführerische Bilderwelten zu schaffen, ist da schon schwieriger. Was die Arbeitswelt in Bezug auf Licht vom Showbusiness lernen kann.
Ob für Shows, TV-Sendungen oder auch große Firmeninszenierungen, die Lichtshow macht Andreas Ratz mit seiner Firma Puls Multimedia Productions. Ein Beruf der, wie er findet, einen gewissen „Allerwelts-Aspekt“ hat: „Alles ist Licht und jeder, arbeitet damit. Schon wenn man für ein romantisches Abendessen Kerzen auf den Tisch stellt, ist das Lichtdesign. Und genau das mache ich, nur in etwas größerem Rahmen.“
Der Life Ball Wien ist so ein größerer Rahmen. Zunächst muss der Einzug der bunten Gästeschar in Szene gesetzt werden. Der beginnt schon am Nachmittag und so lange die Sonne noch scheint, hat sogar das Defilee der Paradiesvögel etwas überraschend Bodenständig. Erst wenn dann allmählich die Sonne hinter dem Rathaus untergeht und die Scheinwerfer den roten Teppich in gleißendes Kunstlicht hüllen, stellt sich funkelnder Bühnen-Glamour ein. Das Licht macht die Stars.
Damit das funktioniert braucht es zunächst einmal viel Weißlicht.
Das sind verschiedene Scheinwerfer mit farblosem Licht, die diese
etwas überirdisch anmutende Grundhelligkeit erzeugen. Später dann, für die Bühne im Rathaus, auf der dann auch die Modenschau zu sehen sein wird, braucht es zusätzlich zum Weiß auch viel buntes Effektlicht. Das Licht macht die Stars, das Effektlicht macht die Show.
Die ganze Welt ist eine Bühne
Wie eng Show und Licht miteinander verbunden sind, sieht man auch an Redewendungen wie im Rampenlicht, respektive im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit stehen. Aber Licht im Showbusiness hat, wie Ratz Firmenpartner Andreas Brandl erklärt, unterschiedliche Aufgaben: „Auf Showbühnen ist Licht ein Effekt. Für Kino und TV soll Licht kein Effekt, sondern ganz im Gegenteil, weitgehend unsichtbar sein. Beim Film ist Licht notwendig, um die Natur nachzubilden. Auch am Beginn des 21. Jahrhunderts ist (sogar) das menschliche (und nicht nur das Adler) Auge den Kameras weit überlegen. Damit die von einer Kamera aufgenommenen Bilder auf den Betrachter normal wirken, muss man eben dazuleuchten. Normales Sonnenlicht reicht da nicht.“
Sonnenlicht reicht auch abseits der Showbühne, im normalen Leben, oft nicht, um die gewünschte Stimmung zu erzeugen. Schließlich wusste schon Shakespeare: ‚All the world’s a stage.‘
„Das Licht soll unterstützen, es darf die Performance nicht übertönen. Das gilt immer und überall. Egal ob bei einer Show, für einen Messestand, oder um Räume wirkungsvoll mit Licht in Szene zu setzen, Sinn und Zweck von Lichtdesign ist es die Hauptsache zu betonen.“